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  • 17. Mai 2013

    Totara LMS 2.4

    image descriptionMit der Veröffentlichung von Totara 2.4 wird aus Totara und Moodle das erste Lernmanagementsystem, das mit Open Badges arbeitet. Im vergangenen Monat kündigte die freie Software-Gemeinschaft Mozilla die Veröffentlichung der Open-Badges-Version 1.0 …

    Mit der Veröffentlichung von Totara 2.4 wird aus Totara und Moodle das erste Lernmanagementsystem, das mit Open Badges arbeitet. Im vergangenen Monat kündigte die freie Software-Gemeinschaft Mozilla die Veröffentlichung der Open-Badges-Version 1.0 an. Das Projekt Mozilla’s Open Badges zielt darauf ab, einen technisch ausgereiften, web-affinen und frei zugänglichen Rahmen zu schaffen, damit jede Organisation ihren Lernenden “Anerkennung” für Leistungen in einem bestimmten Bereich, egal ob für soziale oder fachliche Kompetenzen, bieten kann.

    Im Laufe des vergangenen Jahres haben über 600 Organisationen, darunter Disney-Pixar und die Nasa, Badges erstellt und entworfen. Diese Zahl wird durch die Veröffentlichung von Totara 2.4 und die bevorstehende Veröffentlichung von Moodle 2.5 exponentiell zunehmen. Über 70 Millionen Benutzer haben dann Zugang zu Open Badges.

    Totara Learning Solutions hat sowohl für Moodle als auch für Totara LMS ein System entwickelt, das Badges erstellt und verwaltet. Moodle ist das beliebteste Lernmanagementsystem der Welt, mit mehr Anwendern als alle anderen Lernplattformen. Mit Stand vom März 2013 hatte Moodle eine Anwenderschaft von beinahe 80.000 registrierten und verifizierten Websites und betreute 68 Millionen Nutzer in über 7 Millionen Kursen mit 1,2 Millionen Lehrenden.

    Zusätzlich zu den Open Badges führt Totara 2.4 eine Reihe von weiteren Verbesserungen ein, darunter Leistungsnachweise für Lernpläne, Mehrfach-Vorlagen für Lernpläne, Optimierung der Face-to-face-Module, Verbesserungen des HR-Synchronisation-Moduls sowie der Berichterstellfunktion. Die neue Version bindet auch Vorteile von Funktionen bei Moodle 2.3 und Moodle 2.4 ein.

  • image descriptionStatt einer Gleichsetzung der Übermittlung von Information und Lernen geht man heute davon aus, dass das, was wir als Information verstehen, konstruiert wird im Rahmen eines komplexen Auswahl- und Verarbeitungsprozesses von Signalen. …

    Statt einer Gleichsetzung der Übermittlung von Information und Lernen geht man heute davon aus, dass das, was wir als Information verstehen, konstruiert wird im Rahmen eines komplexen Auswahl- und Verarbeitungsprozesses von Signalen. Der Lerner ist im E-Learning einer Vielzahl an visuellen und ggf. auditiven Signalen ausgesetzt, die er vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen mit ähnlichen Signalen, seiner Einstellung zum Lerninhalt, seiner momentanen Stimmung u.v.m. mehr oder minder bewusst auswählt, kombiniert und Schlüsse daraus zieht. Diese Vielzahl an Faktoren (unter denen die Intention des Verfassers des Signals „lesbarer Text“ nur eine ist), führt zu einem prinzipiell nicht vorher zu bestimmenden Ergebnis. Man konstruiert sich so über den Lebenslauf hinweg sein stets eigenes Verständnis – darunter das seiner jeweiligen Arbeit.

    Vor diesem Hintergrund wirkt die in vielen Konzepten deutlich werdende Vorstellung naiv, man bräuchte nur „das richtige und wichtige“ auf den Bildschirm bringen. Hiermit verschiebt man die Verantwortung für das Lernen vollständig auf den Lerner – „es steht doch alles da!“. Was richtig und wichtig ist, ist allerdings immer nur für den Lerner richtig und wichtig. Selbstverständlich ist es deshalb nicht egal, welche Komposition von Signalen man als Gestalter eines WBTs nun wählt – die Verantwortung geht jedoch darüber hinaus, eine Auswahl unter den Lerninhalten zu treffen und die Lerner nicht auf Abwege zu führen: Lerner müssen Lerninhalte für sich als richtig und wichtig erfahren, weshalb man sich als Gestalter mit den Lernern systematisch auseinandersetzen muss. Die Eindeutigkeit des „Das steht doch da!“ hat indes als Sonderfall durchaus seine Funktion für viele triviale Zusammenhänge des alltäglichen Lebens, z.B. „Öffnungszeiten Mo-Fr 0800 – 1700“. Doch ist diese Eindeutigkeit nicht etwa dem obigen Text objektiv mitgegeben, sondern Ergebnis eines bestimmten Lernprozesses, den wir alle teilen. In anderen Kulturkreisen und/oder Sprachen wird das obige textuelle Signal alternative Deutungen hervorrufen.

    Die systematische Berücksichtigung spezifischer bereits stattgefundener Lernprozesse bzw. des Vorwissens der Lerner sowie der Bedingungen ihrer Konstruktion von Wissen lassen sich als Merkmale originalen Lernens im E-Learning bezeichnen. Man schließt an das an, was der Lerner bereits weiss und an das, was ihn beschäftigt: Er oder sie soll sich im E-Learning beweisen können bis zu dem Punkt, an dem die Grenzen der eigenen Fähigkeiten liegen – hierfür schließt man üblicherweise an Herausforderungen der jeweiligen Arbeit an. Je näher man dabei an der Arbeitsrealität des Lerners bleibt, desto besser wird neu gelerntes behalten. Dies bedeutet nicht, dass man im Verlauf keinen Exkurs machen oder abstrakte Beispiele verwenden kann – auch diese können pädagogisch sinnvoll sein. Es bedeutet, dass man den Bezug zur dem Lerner eigenen Tätigkeit leicht nachvollziehbar hält. Der nächste Beitrag der Serie fasst die Merkmale Imitation von Lernen als Missachtung dieser Erkenntnisse zusammen.

  • image descriptionImitate haben im Allgemeinen einen eher schlechten Ruf: Sie sind stets minderwertig gegenüber dem Original, da sie lediglich einige wenige Eigenschaften des Originals aufweisen – und selbst diese sind oft schwächer ausgeprägt. …

    Imitate haben im Allgemeinen einen eher schlechten Ruf: Sie sind stets minderwertig gegenüber dem Original, da sie lediglich einige wenige Eigenschaften des Originals aufweisen – und selbst diese sind oft schwächer ausgeprägt. Sie halten nicht das, was sie versprechen. Ihre Mängel fallen oft nur bei genauerem Hinsehen auf oder wenn man bereits bezahlt hat.
    Auch beim E-Learning bzw. allen Arten von Lernprogrammen tut genaueres Hinsehen Not: Werden die Mitarbeiter in ihrer Entwicklung durch Lernen tatsächlich effektiv gefördert? Oder bleibt es – bei aller Ästhetik, Ergonomie und technischer Praktikabilität – hinter seinen Ansprüchen zurück und bringt neben Kosteneinsparungen letztlich auch verhältnismäßig größere Leistungseinsparungen?
    Die Gestalter sind sich ihrer Imitation normalerweise nicht bewusst, wobei gute Absichten in der Gestaltung (natürlich) die Regel sind. Jedoch braucht es mehr als das: Pädagogischen Sachverstand, um zu beurteilen, ob ein existierendes (oder das Konzept eines) WBT Lernen wirklich fördert oder nur so tut als ob. An dieser Stelle kann keine vollständige Methodik für ein solches Urteil gegeben werden. Dennoch werden dieser und folgende Beiträge Ihre Aufmerksamkeit für Imitate erhöhen, indem sie Ihnen erklären, was Imitationen von Lernen bei E-Learning ausmacht.

    Es beginnt überraschenderweise bei so etwas scheinbar (!) banalem wie der Auffassung von Lernen. Ein großer Schritt auf dem Weg zum Imitat ist die Gleichsetzung der Übermittlung von Information mit Lernen. Der „Information“ – man stelle sie sich als einen Textabsatz im E-Learning vor – wird ein absoluter Wert zugesprochen bzw. ein Inhalt, der unabhängig vom Leser oder Betrachter erkannt wird – „es steht doch da!“. Entsprechend wird erwartet, dass eine Übermittlung dieser Information in Form der Anzeige dieses Textes auf einem Bildschirm diese gleichsam in den Empfänger „kopiert“. Vorrangige Qualitätsmerkmale bilden dann lediglich die Richtigkeit der Information aus fachlicher und orthografischer Sicht sowie die „Verdaulichkeit“ der Menge an Information. Etwaige Unterschiede zwischen Radios und Lernern scheinen hier keine Rolle zu spielen.

    Interessanterweise wird selbst in der Informationstheorie, aus der diese fatale Gleichstellung kommt, zumindest noch der Unterschied zwischen Signal und Information anerkannt: Informationen werden vom Sender in Signale umgewandelt, um dann vom Empfänger wieder in Information umgewandelt zu werden. Dennoch liegt zwischen dieser Auffassung von Lernen und dem heutigen Stand der Lernforschung immer noch ein halbes Jahrhundert an Erkenntnissen. Mehr dazu im nächsten Teil der Serie. Nebenbei bemerkt gibt es in der gesamten Wissenschaft wohl keinen Forschungsbereich, der sich einem derart komplexen Gegenstand entgegengestellt sieht wie die Lernforschung. Es mag daher nicht verwundern, dass man auch im nicht-wissenschaftlichen Bereich mit dieser Komplexität so seine Schwierigkeiten hat.

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