| HR Software: Sie sehn den Wald vor lauter Bäumen nicht |
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Artikel im eLearning Journal im Original als PDF zum Download. Das meinte schon Christoph Martin Wieland im Gedicht Musarion im Jahr 1768. Damals war aber natürlich nicht die Wahl einer passenden HR Unternehmenssoftware gemeint. Gerade dazu passt das Zitat jedoch ausgezeichnet. Warum? Die Bäume in Gestalt von Software-Modulen und -Funktionalitäten werden immer zahlreicher. Nachdem die Einführung einer zentralen Personalmanagementlösung für Lohn- und Gehaltsabrechnung, Vergütungs-, Organisations- und Zeitmanagement und mehrere Upgrades überstanden waren, kam das Thema Webfähigkeit und Self-Service. eLearning musste eingeführt werden, am besten Blended Learning. Ein leistungsfähiges Learning Management System sollte für Prozessautomatisierung in der Weiterbildung sorgen. Dann mussten es integrierte Talent Management Suiten sein, am besten gleich als Software-as-a-Service. Social Media und Enterprise 2.0 folgten. Der bekannte HR-Analyst Josh Bersin ist bereits einen Schritt weiter und spricht schon heute von Collaborative People Management Systems als nächstem zwingenden Schritt – dem Zusammenwachsen von Talent Management und Collaboration Lösungen. Kurzum also laufend komplexer werdende Systeme zur Unterstützung von immer breiteren Problemstellungen im Personalbereich. All diese Entwicklungen und damit einhergehend neue Software Module, aber auch die aktuell immer stärkere Konsolidierung von Softwareanbietern machen die Sache für HR-Verantwortliche nicht gerade einfacher. Man sieht sprichwörtlich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Speziell wenn man sich in immer kürzeren Abständen auf einen Anbietervergleich auf der Ebene von Software-Funktionalitäten einlässt. Denken auch Sie derzeit (wieder einmal) über die Auswahl einer passenden HR Softwarekomponente nach? Haben Sie sogar schon eine Shortlist erstellt und vergleichen geeignete Anbieter? Dann empfehlen wir Ihnen, den langfristigen Trend nicht aus den Augen zu verlieren. Neben all den verschiedenen Begrifflichkeiten und wechselnden Schwerpunktsetzungen sollten moderne HR Systeme Mitarbeiter, Führungskräfte und HR Verantwortliche bei möglichst allen relevanten Aspekten im Lebenszyklus eines Mitarbeiters im Unternehmen mit konsolidiertem Blick auf entsprechende Daten unterstützen. Im besten Fall in einem einzigen oder zumindest möglichst nahtlos integrierten System. Diesbezüglich liegt der zu Beginn erwähnte Josh Bersin mit hoher Wahrscheinlichkeit richtig: Es geht in Zukunft nicht primär um Automatisierung von HR Prozessen, sondern um die Steigerung der Produktivität von Mitarbeitern, sowie die optimale Unterstützung der Zusammenarbeit von Teams und einen Rahmen für effizientes tägliches Arbeiten. Ob das dann in konkreter Ausprägung über ein LMS, eLearning Content, Zielvereinbarungsgespräche, Karriereplanung, virtuelle Teams, o.a. geschieht ist abhängig vom konkreten Bedarf. Den ganzheitlichen Anspruch konnten HR Softwareanwendungen in der Vergangenheit häufig noch nicht erfüllen. Die führenden Anbieter werden jedoch mit großen Schritten immer besser, und die Entwicklung geht eindeutig in Richtung umfassendes „People Management“. Und dieses umfasst neben Talent Management Prozessen zukünftig wahrscheinlich auch aktuelle Themen, die unter dem Begriff Collaboration zusammengefasst werden wie Web Conferencing, Chat, Microblogging, Austausch von Dateien und Links, Wikis, Expertensuche, uvm. Selbst vermeintlich große Softwareanbieter im deutschsprachigen Raum für Learning oder Talent Management Systeme werden in diesem Zusammenhang zunehmend unter Druck kommen. Speziell im angloamerikanischen Raum hat die Konsolidierung bereits deutlich an Fahrt aufgenommen, wobei die größten Softwareanbieter mit Fokus auf integriertes Talent Management wie Successfactors oder Taleo bereits mehr als 200 Millionen Dollar pro Jahr umsetzen – übrigens ausschließlich mit Software-as-a-Service Angeboten. Zusätzlich haben natürlich auch etablierte ERP Anbieter wie Oracle oder SAP entsprechende Lösungen im Portfolio. Was sollten Sie nun konkret tun? Aus einer klaren HR Strategie ergeben sich mit Sicherheit verschiedene Schwerpunkte. Am Ende sollten aber all diese Themen und Prozesse mit möglichst wenigen und gut integrierten Systemen abgedeckt werden. Um beim Zitat weiter oben zu bleiben: Welche Blätter ein bestimmter Baum hat, also z.B. ob das LMS ein ganz bestimmtes Feature hier oder dort in einer bestimmten Ausprägung hat, ist letztlich meist nicht entscheidend. Viel wichtiger ist, wie ihr Unternehmen integriertes Talent Management oder vielleicht bald „People Management“ optimal unterstützen kann. Setzen Sie dafür auf die richtigen Schwerpunkte und eine entsprechende Systemarchitektur. Dann lichtet sich das Dickicht und der Wald wird sichtbar. |
